„Diese Form der Rehabilitation ermutigt die Klienten, aus dem ‚Überlebensmodus‘ herauszukommen.“
„Ich bin jetzt bereit, es für mich selbst besser zu machen, ich merke, dass ich mir selbst im Weg stehe und dass ich den Stier jetzt bei den Hörnern packen muss.“ Das sagte ein Kunde von Royal Visio Den Bosch. Vom 23. bis 30. September liefen sechs sehbehinderte Klienten mit drei Fachleuten und drei Freunden mehr als 110 km auf dem Weg der Weisheit rund um Nimweg.
Selbststeuerung
In dieser Rehabilitationswoche wurden die Klienten herausgefordert, in Bewegung zu sein und Bewusstsein und Einsicht zu gewinnen. Sie lernten, Einstellungs- und Verhaltensänderungen aus eigener Kraft herbeizuführen. Dabei stehen nicht nur das psychische Wohlbefinden im Vordergrund, sondern auch Orientierung und Mobilität, soziale Kompetenzen und allgemeine Aktivitäten des täglichen Lebens.
Sich der eigenen Stärke bewusst sein
Zu Fuß auf dem Weg unterwegs zu sein, spricht all diese Bereiche an. Es wird davon ausgegangen, dass diese Form der Rehabilitation die Klienten dazu anregt, aus dem „Überlebensmodus“ herauszukommen: Sie erhalten Einblick und werden sich ihrer eigenen Stärken, Muster, Überlebensstrategien und des Umgangs mit ihrer Behinderung bewusst. Dadurch trauen sie sich und können ihr Leben besser und schneller selbst in die Hand nehmen.
Raum
Einer der Klienten sagte hinterher: „Mich selbst als ’sehbehindert‘ anzuerkennen, gibt mir mehr Freiraum.“ Ein anderer sagte: „Die Gruppe motiviert mich, weiterzumachen. Der Kumpel hat mir gezeigt, dass ich wieder laufen kann. Das gibt ein Gefühl der Gleichberechtigung, weil es Austausch auf menschlicher Ebene gibt, ernsthaft und mit viel Humor.“
Sofie Mangnus und Mia van Rooij



