Die Jahreszeiten von Gerry Dobbelaer

Gerry Dobbelaer war einer der ersten Künstler, die wir gebeten haben, Miniaturen für das zeitgenössische Stundenbuch und die Pilger „Jahreszeiten des Lebens“ zu bemalen. Wir kannten ihre Arbeit und waren überzeugt, dass sie mit ihrer äußerst detailreichen Malweise, dem Auftragen von transparenten Farbschleiern und dem Einsatz von Hell-Dunkel-Kontrasten wunderschöne Miniaturen schaffen konnte.
Und ja, Gerry malte die vier Jahreszeiten, wie nur sie es kann: einen Frühling voller Vorfreude, einen fröhlichen, unternehmungslustigen Sommer, einen kämpferischen, widerstandsfähigen Herbst und einen Winter, um sich zu erholen und neue Pläne zu schmieden. Auf dem Bild ist der Winter zu sehen. Die Ruhe, die kühlen blauen Farben, die introvertierte Frau, die fehlenden Saiten: alles ist bereit, wieder von vorne zu beginnen… Der aufmerksame Betrachter sieht in der linken Ecke, dass Dobbelaer selbst bereits heimlich begonnen hat.
Zusammen ergeben die vier Miniaturen ein schönes Bild von den Wiederholungen in der Natur im Allgemeinen und einem Menschenleben im Besonderen.
Gerry Dobbelaer wurde 1939 in Druten geboren und lebt und arbeitet in Nimwegen. Sie wurde zur Kunstpädagogin ausgebildet und nahm Unterricht an der Akademie der Bildenden Künste in Arnheim. Heute malt sie ausschließlich mit Ölfarbe auf Holz.
Im Laufe der Jahre entwickelte Gerry einen ganz eigenen Stil. Ihre Intuition und ihre Begabung brachten sie auf natürliche Weise in die Atmosphäre der Werke der flämischen Primitiven und der Maler der Renaissance wie Botticelli. Anfangs war die Technik Öl auf Leinwand, aber sie arbeitete zunehmend ausschließlich auf Holz. Das Paneel bietet die Möglichkeit, feine Malerei zu perfektionieren. Bei einer ersten Ausstellung wurde das Werk treffend als „poetischer Realismus“ charakterisiert. Die Arbeit ist realistisch, aber nicht ohne Umschweife. Die Performance muss in der Lage sein, etwas zu bewegen oder hervorzurufen.

